Igelhaus für den Garten bauen: Anleitung und Tipps

Igelhaus für den Garten bauen: Anleitung und Tipps

Der stachelige Besucher in Ihrem grünen Refugium braucht Hilfe. Klimawandel und schwindende Lebensräume setzen den Igelpopulationen stark zu. In Großbritannien ging ihre Zahl seit dem Jahr 2000 um dramatische 75 Prozent zurück.

Diese Tiere weichen vermehrt in städtische Gebiete aus. In privaten Gärten suchen sie sichere Plätze. Besonders ab Oktober und im Spätherbst sind sie aktiv auf der Suche nach einem geeigneten Winterquartier.

Durch übertriebene Gartenordnung nehmen Menschen den Igeln oft natürliche Nahrung und Verstecke. Laubentfernung und häufiges Mähen schaden ihnen. Ein selbstgebauter Unterschlupf bietet daher lebenswichtigen Schutz für den Winterschlaf.

Besonders Jungigel benötigen im Herbst Unterstützung. Sie müssen genug Gewicht für den Winter zulegen. Mit einem eigenen Quartier leisten Sie einen aktiven Beitrag zum Artenschutz. Igel sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt.

Kernaussagen

  • Igelpopulationen sind durch Lebensraumverlust und Klimawandel stark bedroht.
  • Die Tiere ziehen zunehmend in städtische Gärten und sind auf menschliche Hilfe angewiesen.
  • Ab Oktober suchen Igel aktiv nach einem sicheren Winterquartier für ihren Winterschlaf.
  • Übermäßige Gartenpflege entzieht Igeln natürliche Nahrungsquellen und Unterschlupfmöglichkeiten.
  • Ein selbstgebautes Igelhaus bietet einen lebenswichtigen Schutzraum.
  • Besonders Jungigel benötigen im Herbst Unterstützung für die Wintervorbereitung.
  • Igel sind eine besonders geschützte Tierart, und Ihr Beitrag zum Artenschutz ist wertvoll.

Material und Werkzeug für Ihr Igelhaus

Die sorgfältige Auswahl von Holz und Werkzeug bildet die Grundlage für ein stabiles Winterquartier. Bevor Sie mit dem Bau beginnen, sollten Sie alle benötigten Komponenten bereitlegen.

Materialliste im Detail – Holz, Bretter und Dachpappe

Für den Bau benötigen Sie unbehandeltes Holz von Fichte, Tanne oder Eiche. Vermeiden Sie chemisch behandeltes Material, da es den Tieren schaden kann.

Die optimale Innenraumgröße beträgt 35 × 28 × 20 cm. Hierfür sind folgende Stücke erforderlich:

  • 4 Holzplatten 40 × 25 × 2 cm für die Wände
  • 1 Stück 30 × 20 × 2 cm für den Eingangsbereich
  • 1 Dachplatte 50 × 40 × 2 cm
  • 2 Holzleisten 39 × 2 × 2 cm zur Dachbefestigung
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Für die Montage verwenden Sie Holzschrauben (3 × 30 mm) und Dachpappennägel. Die Dachpappe sorgt für wetterfesten Schutz.

Sichere Arbeitsweise und persönliche Schutzausrüstung

Beim Zusägen der Bretter ist Sicherheit oberstes Gebot. Tragen Sie immer eine Schutzbrille und widerstandsfähige Handschuhe.

Notwendige Werkzeuge für diesen Bau sind:

  • Stichsäge für präzise Schnitte
  • Akkuschrauber für feste Verbindungen
  • Schleifpapier (Körnung 80-150) für glatte Kanten
  • Klemmzwingen für stabilen Halt während der Arbeit

Alte Holzreste eignen sich hervorragend für dieses Projekt. So schonen Sie Ressourcen und geben Materialien neuen Zweck.

Holz zusägen und sicher bearbeiten

Saubere Schnitte und geglättete Kanten schützen den späteren Bewohner Ihres Igelhaus. Diese Phase entscheidet über Stabilität und Sicherheit des Quartiers.

Zuerst sägen Sie die Bretter präzise nach den Maßen zu. Fixieren Sie das Holz mit Klemmzwingen. So verrutscht nichts und die Schnitte werden sauber.

Holz zusägen für Igelhaus

Kanten abschleifen für den Igelschutz

Jede scharfe Kante ist eine Gefahr für den Igel. Schleifen Sie alle Sägekanten gründlich mit Schleifpapier ab. Verwenden Sie Körnung 80 bis 150.

Glatte Kanten verhindern Verletzungen des Igels. Sie sorgen auch dafür, dass das Holz nicht ausfranst. Das macht das Quartier langlebiger.

An der Vorderseite sägen Sie die Eingangs-Öffnung aus. Auch die innere Trennwand benötigt einen Durchschlupf. Richten Sie ihn nach hinten aus. So entsteht ein windgeschützter Eingang.

Vergessen Sie nicht die Schrägung an den Seitenwänden. Sie leitet Regenwasser nach hinten ab. Das Igelhaus bleibt trocken.

Mit diesen Schritten legen Sie die Basis für ein sicheres Zuhause. Wenn Sie es selbst bauen, achten Sie auf jedes Detail.

Igelhaus für den Garten bauen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Die eigentliche Konstruktion des schützenden Winterheims erfordert präzises Arbeiten. Folgen Sie dieser Anleitung für ein stabiles Ergebnis.

Wände zusammenschrauben und Dach befestigen

Beginnen Sie mit dem Vorbohren der Löcher für die Holzschrauben. Dies verhindert das Spalten des Materials. Befestigen Sie zuerst die Seitenwände an der Rückwand.

Achten Sie darauf, dass die höhere Seite nach vorne zeigt. So fließt Regenwasser nach hinten ab. Die Trennwand installieren Sie direkt neben dem Eingang.

Der Durchschlupf sollte nach hinten zeigen. Dies schafft einen verwinkelten Schutzraum. So ist der Bewohner vor Kälte und Feinden geschützt.

Igelhaus Bauanleitung

Für das Dach nageln Sie Holzleisten an die Unterseite. Sie verhindern das Verrutschen. Befestigen Sie Dachpappe für optimalen Regenschutz.

Alternative Methoden bieten zusätzlichen Schutz. Tragen Sie Leinöl auf das Holz auf. Ein großer Stein auf dem Dach gibt mehr Stabilität.

Innenraum befüllen mit Laub, Stroh und Reisig

Stroh ist das ideale Füllmaterial für den Innenraum. Es isoliert hervorragend und bleibt bei Regen trocken. Laub wird oft feucht und kann schimmeln.

Befüllen Sie die Schlafkammer mit ausreichend Stroh. So kann sich der Igel gemütlich einwickeln. Sein Winterschlaf wird dadurch komfortabler.

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Streuen Sie Laub und Reisig außen auf das Haus. Dies bietet Schutz vor Wind und Wetter. Je natürlicher das Haus wirkt, desto wohler fühlt sich der Bewohner.

Die richtige Öffnung und geschickte Platzierung aller Elemente schaffen ein sicheres Quartier. Ihr selbst gebauter Unterschlupf bietet optimalen Schutz für den Winter.

Den idealen Standort für Ihr Igelhaus finden

Die richtige Platzierung entscheidet über den Erfolg Ihres Winterquartiers. Ein optimaler Ort bietet Schutz und Ruhe für den Bewohner.

Igelhaus Standort

Richtige Ausrichtung und Trockenlegung des Bodens

Wählen Sie eine schattige, ruhige Ecke im Garten. Unter Hecken oder Sträuchern ist ideal. Die Nordseite des Hauses bietet zusätzlichen Schutz.

Der Boden muss trocken bleiben. Legen Sie das Quartier leicht erhöht an. So fließt Regenwasser ab.

Für optimale Drainage entfernen Sie die Humusschicht. Füllen Sie Sand-Kies-Gemisch ein. Bretter oder flache Steine darauf ermöglichen Luftzirkulation.

Standort-Option Vorteile Besonderheiten
Unter immergrünen Sträuchern Ganzjähriger Schutz Natürliche Tarnung
An der Nordseite des Hauses Windschutz Geringe Sonneneinstrahlung
Unter Vordach Regenschutz Einfache Kontrolle

Schutz vor Wetter und natürlichen Feinden

Richten Sie den Eingang zur wetterabgewandten Seite aus. Halten Sie ihn frei zugänglich. Der Igel muss problemlos ein- und ausgehen können.

Tarnen Sie das Haus mit Reisig und Laub. Dies schützt vor Feinden wie Füchsen. Es bietet auch natürlichen Witterungsschutz.

Stellen Sie den Unterschlupf bereits im Herbst auf. Spätherbst ist die aktivste Suchzeit. Lassen Sie ihn bis zum Frühjahr stehen.

Die Tiere sind standorttreu. Sie nutzen den Platz auch nach dem Winter. So schaffen Sie einen dauerhaften Rückzugsort.

Alternative Bauideen und kreative Lösungen

Kreative Alternativen zum klassischen Igelhaus bieten vielfältige Möglichkeiten für den Artenschutz. Manchmal fehlt Zeit oder Material für einen kompletten Neubau. Dann helfen einfache Lösungen aus Naturmaterialien.

Alternative Igelhaus Bauideen

Igelhaus aus Stein oder Naturmaterialien

Ein Steinbau bietet extremen Witterungsschutz. Heben Sie eine kleine Mulde aus und füllen Sie Sand als Drainage ein. Stapeln Sie Feldsteine im Quadrat und lassen Sie einen 10×10 cm Ausgang frei.

Decken Sie den Bau mit einer Steinplatte ab. Dieser Unterschlupf hält Jahrzehnte. Für natürlichere Lösungen sammeln Sie Laub zu großen Haufen. Stabilisieren Sie diese mit Reisig und Ästen.

Upcycling: Alte Holzkisten und improvisierte Unterschlüpfe

Alte Obstkisten oder Weinkisten eignen sich perfekt. Sägen Sie einfach einen Eingang aus. Stellen Sie die Kiste an einen geschützten Ort im Garten.

Große Blumentöpfe lassen sich seitlich eingraben. Füllen Sie sie mit trockenem Laub. Der Igel findet sofort Schutz vor Wind und Kälte.

Methode Vorteile Aufwand
Steinhaus Sehr langlebig Mittel
Laubhaufen Sofort verfügbar Gering
Upcycling-Kiste Kostengünstig Niedrig

Alle Alternativen benötigen einen trockenen Boden. Legen Sie eine Sandschicht als Fundament. So bleibt der Winterschlafplatz für die Igeln komfortabel.

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Mit diesen Ideen können Sie selber bauen, ohne viel Werkzeug. Probieren Sie verschiedene Methoden in Ihren Gärten aus. Jeder geschützte Unterschlupf hilft den Tieren.

Igelhaus pflegen und vor dem Winterschlaf schützen

Die richtige Pflege Ihres Winterquartiers ist entscheidend für den langfristigen Schutz der stacheligen Gäste. Regelmäßige Wartung stellt sicher, dass das Quartier jederzeit bereit steht.

Igelhaus Pflege und Reinigung

Reinigung nach dem Winter und Wiederbefüllung

Im Frühjahr reinigen Sie das Quartier, wenn der Bewohner ausgezogen ist. Verwenden Sie heißes Wasser und eine Wurzelbürste. Chemische Putzmittel sind tabu.

Tragen Sie Handschuhe für Hygiene. Lassen Sie alles gut trocknen. Befüllen Sie dann mit frischem Stroh oder trockenem Laub.

Stellen Sie das gereinigte Haus sofort wieder auf. Igel sind standorttreu. Sie nutzen den Unterschlupf auch im Sommer.

Regelmäßige Kontrolle und Instandhaltung

Vor dem Winter kontrollieren Sie das Nistmaterial. Entfernen Sie feuchtes Stroh, das schimmeln könnte. Dies schützt die Tiere vor Gesundheitsrisiken.

Für Nahrung als Notration eignet sich Katzenfutter. Stellen Sie Schüsseln mit Wasser und etwas Futter bereit. Milch ist schädlich.

Pflegeaufgabe Zeitpunkt Bedeutung
Gründliche Reinigung Frühjahr Hygiene für neue Bewohner
Nistmaterial wechseln Vor Wintereinbruch Schimmelprävention
Futterstelle kontrollieren Herbst Unterstützung für Jungigel
Eingang freihalten Ganzjährig Zugänglichkeit sicherstellen

Jungigel suchen bis Dezember nach Nahrung. Ständige Fütterung kann den Winterschlaf stören. Beobachten Sie die Igel genau.

Kranke oder verletzte Igeln benötigen professionelle Hilfe. Kontaktieren Sie Fachstellen oder Wildtierärzte. Gesunde Tiere dürfen nicht gefangen werden.

Fazit

Ein eigener Unterschlupf bedeutet Überlebenshilfe in Zeiten schwindender natürlicher Lebensräume. Durch das selber bauen eines Quartiers unterstützen Sie aktiv den Artenschutz für die bedrohten Igel.

Sie haben verschiedene Bauweisen kennengelernt – von Holz über Stein bis zu natürlichen Lösungen. Der richtige Standort und regelmäßige Pflege machen den Unterschied zwischen einem sicheren Zuhause und einem ungenutzten Objekt.

Starten Sie Ihr Projekt idealerweise im Herbst. So steht der Schutzraum rechtzeitig bereit. Igel sind standorttreu und nutzen das Quartier langfristig.

Ein igelfreundlicher Raum geht über das reine Igelhaus hinaus. Verzichten Sie auf Chemie und gestalten Sie Ihren Garten naturnah. Jeder Beitrag zählt für den Erhalt dieser geschützten Tierart.

FAQ

Wann ist der beste Zeitpunkt, um ein Igelhaus aufzustellen?

Der ideale Zeitpunkt ist der Spätherbst, bevor die Tiere ihren Winterschlaf antreten. So finden sie frühzeitig einen geschützten Unterschlupf. Stellen Sie das Haus jedoch ganzjährig auf, da es auch im Frühjahr und Sommer als Rückzugsort dient.

Welches Futter kann ich für Igel bereitstellen?

Bieten Sie spezielles Igelfutter oder hochwertiges Katzenfutter mit hohem Fleischanteil an. Wichtig ist auch eine Schale mit frischem Wasser. Vermeiden Sie Milch, da diese den Tieren schadet. Die natürliche Nahrungssuche sollte durch Zufütterung nur unterstützt werden.

Wie kann ich das Haus vor neugierigen Katzen schützen?

Ein langer, schmaler Eingangstunnel aus Holz erschwert Katzen den Zugang. Der Eingang sollte maximal 10×10 cm groß sein. Platzieren Sie den Unterschlupf außerdem in einer ruhigen Gartenecke, etwas versteckt unter Ästen oder Reisig.

Muss ich das Haus nach dem Winter reinigen?

Ja, eine Reinigung im Frühjahr ist empfehlenswert. Entfernen Sie das alte Nistmaterial wie Stroh und Laub. Reinigen Sie das Innere mit heißem Wasser und bürsten Sie es aus. Verzichten Sie auf chemische Reinigungsmittel. Anschließend können Sie frisches Material einfüllen.

Kann ich auch ein Igelhaus aus Stein selber bauen?

Ja, das ist eine gute Alternative. Ein einfacher Haufen aus großen Steinen, überdeckt mit Erde und Reisig, bietet einen natürlichen Unterschlupf. Achten Sie darauf, eine stabile Mulde als Innenraum zu formen und den Bau vor Regen und Wind zu schützen.

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