Loungesessel selber bauen – Bauanleitung Schritt für Schritt

Loungesessel selber bauen – Bauanleitung Schritt für Schritt

Mit dieser Bauanleitung baust du einen stabilen Loungesessel aus Holz für Terrasse, Balkon, Wintergarten oder Gartenlounge. Das Ergebnis ist ein breiter, leicht zurückgelehnter Sessel mit Armlehnen, geneigter Sitzfläche und bequemer Rückenlehne. Die Konstruktion ist bewusst so geplant, dass sie mit üblichen Heimwerkerwerkzeugen nachgebaut werden kann, ohne komplizierte Holzverbindungen oder Spezialmaschinen.

Projektübersicht: Aufwand, Kosten und Schwierigkeitsgrad

Merkmal Wert
Projektart Loungesessel aus Holz mit geneigter Sitzfläche, Rückenlehne, Armlehnen und optionalem Sitzkissen
Schwierigkeitsgrad Mittel; geeignet für Heimwerker mit Erfahrung beim Sägen, Bohren, Verschrauben und genauen Ausrichten
Zeitbedarf Etwa 1 bis 2 Arbeitstage inklusive Zuschnitt, Schleifen, Montage und erster Oberflächenbehandlung
Benötigte Personen Eine Person möglich; beim Ausrichten der Seitenteile und Rückenlehne sind zwei Personen komfortabler
Kostenrahmen Je nach Holzqualität, Schrauben und Oberflächenschutz ungefähr 90 bis 180 Euro ohne Polster
Typische Abmessungen Ca. 700 mm Breite, 900 mm Tiefe, 850 mm Gesamthöhe; Sitzhöhe mit 80 mm Polster ca. 380 bis 410 mm
Geeignete Materialien Douglasie, Lärche, wetterfest verleimtes Konstruktionsholz, Glattkantbretter, Edelstahlschrauben, Holzöl oder Außenlasur

Planung und passende Maße für den Loungesessel

Der Loungesessel wird als einzelner, tragfähiger Holzsessel geplant. Die Beispielmaße sind für eine erwachsene Person ausgelegt und ergeben einen bequemen Sessel, der nicht zu niedrig und nicht zu schmal wird. Die fertige Breite beträgt etwa 700 mm. Die Sitzfläche ist etwa 680 mm breit und 500 bis 520 mm tief nutzbar. Dadurch bleibt Platz für ein Sitzkissen, ohne dass der Sessel wuchtig wirkt. Die Gesamttiefe liegt bei ungefähr 900 mm, weil die Rückenlehne nach hinten geneigt ist.

Für Terrasse oder Balkon muss vor dem Bau der Standort geprüft werden. Der Sessel braucht nach hinten mindestens 150 mm Abstand zu Wand, Geländer oder Pflanzkübel, damit die Rückenlehne nicht anstößt. Vor dem Sessel sollten etwa 600 mm frei bleiben, damit man bequem aufstehen kann. Auf einem kleinen Balkon ist außerdem wichtig, dass die Armlehnen nicht mit der Balkontür kollidieren. Wird der Sessel draußen genutzt, sollte er auf ebenem Untergrund stehen und nicht dauerhaft in Pfützen. Unter die Kufen können später Filzgleiter für innen oder Kunststoffgleiter für außen gesetzt werden.

Die Konstruktion besteht aus zwei seitlichen Rahmenteilen, mehreren Querstreben, sechs Sitzlatten, einer geneigten Rückenlehne aus fünf Brettern und zwei breiten Armlehnen. Die seitlichen Rahmenteile tragen die Hauptlast. Die Sitzlatten liegen quer auf den Sitzrahmen auf. Die Rückenlehne wird über schräge Rückenstützen und Querleisten gehalten. Für eine alltagstaugliche Belastung sollten die tragenden Hölzer mindestens 44 × 70 mm stark sein. Bei sauberer Verschraubung ist der Sessel für normale Nutzung durch Erwachsene geeignet. Wer sehr hohe Belastbarkeit möchte, kann die Querstreben zusätzlich mit wasserfestem Holzleim und Winkelverbindern ergänzen; diese Anleitung bleibt jedoch bei einer verschraubten Konstruktion mit Schlossschrauben an den stark belasteten Rückenstützen.

Die Maße lassen sich anpassen. Für einen schmaleren Sessel kürzt du Sitzlatten, Rückenquerleisten und Querstreben um denselben Betrag. Die Seitenteile bleiben gleich. Für einen breiteren Sessel verlängerst du diese Querbauteile, solltest aber ab etwa 800 mm Gesamtbreite eine zusätzliche mittlere Sitzauflage einplanen. Die Sitzhöhe kann über die Länge der Vorderbeine verändert werden. Kürze oder verlängere dabei Vorderbeine und hintere Montagepunkte gleichmäßig, damit die Sitzneigung erhalten bleibt. Eine angenehme Lounge-Sitzneigung entsteht, wenn die vordere Oberkante der Sitzfläche etwa 50 bis 70 mm höher liegt als die hintere.

Materialliste für den Loungesessel

Material Menge Abmessungen Verwendung
Douglasie Kantholz 2 Stück
aus 44 × 70 mm
850 mm lang untere Kufen der Seitenteile
Douglasie Kantholz 2 Stück 44 × 70 × 320 mm vordere Beine
Douglasie Kantholz 2 Stück 44 × 70 × 560 mm hintere Pfosten für Armlehnen und Rückenbereich
Douglasie Kantholz 2 Stück 44 × 70 × 640 mm seitliche Sitzträger
Douglasie Kantholz 2 Stück 44 × 70 × 760 mm schräge Rückenstützen
Douglasie Kantholz 2 Stück 44 × 70 × 620 mm vordere und hintere Querstrebe des Rahmens
Glattkantbrett 6 Stück 28 × 70 × 680 mm Sitzlatten
Glattkantbrett 2 Stück 28 × 70 × 620 mm Querleisten der Rückenlehne
Glattkantbrett 5 Stück 18 × 90 × 680 mm senkrechte Rückenbretter
Glattkantbrett breit 2 Stück 28 × 120 × 800 mm Armlehnen
Edelstahl-Schrauben ca. 60 Stück 5 × 80 mm tragende Rahmenverschraubungen
Edelstahl-Schrauben ca. 80 Stück 4 × 50 mm Sitzlatten, Rückenbretter und Armlehnen
Schlossschrauben mit Muttern und Unterlegscheiben 4 Sets M8 × 90 mm zusätzliche Sicherung der schrägen Rückenstützen
Holzöl oder Außenlasur ca. 500 ml für Außenholz geeignet Oberflächenschutz gegen Feuchtigkeit und UV-Licht
Schleifpapier je 2 Bögen Körnung 80, 120, 180 Kanten brechen und Oberfläche glätten
Sitzkissen 1 Stück ca. 620 × 500 × 80 mm bequeme Sitzauflage

Werkzeugliste für den Loungesessel

Werkzeug Verwendungszweck mögliche Alternative
Zollstock Messen aller Zuschnitte und Abstände Maßband
Bleistift Anzeichnen von Schnittlinien und Bohrpunkten Markierstift für Holz
Schreinerwinkel rechtwinkliges Anzeichnen und Kontrollieren der Rahmen Anschlagwinkel
Kappsäge gerade und wiederholgenaue Zuschnitte Handkreissäge mit Führungsschiene
Stichsäge Abrunden der Armlehnen und optional der Rückenbretter Raspel und Handsäge
Akkuschrauber Vorbohren, Senken und Verschrauben Bohrmaschine mit Bitaufnahme
Holzbohrer 3 mm Vorbohren für 4 × 50 mm Schrauben kombinierter Vorbohrer mit Senker
Holzbohrer 4 mm Vorbohren für 5 × 80 mm Schrauben Stufenbohrer für Holz
Holzbohrer 8 mm Bohrungen für M8-Schlossschrauben Bohrständer mit 8 mm Bohrer
Senker Schraubenköpfe bündig versenken Kombibohrer mit Senker
Schraubzwingen Bauteile beim Verschrauben fixieren Einhandzwingen
Wasserwaage Ausrichten der Seitenteile und Armlehnen Richtlatte mit Libelle
Exzenterschleifer Schleifen großer Flächen und Kanten Schleifklotz
Pinsel Auftragen von Holzöl oder Außenlasur Lasurrolle und Lappen
Maulschlüssel 13 mm Anziehen der M8-Muttern Ratsche mit 13 mm Nuss
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Zuschnitt und Vorbereitung für den Loungesessel

Prüfe vor dem Zuschnitt alle Hölzer auf Risse, Verzug und große Äste an später stark belasteten Stellen. Leichte Krümmungen sind bei Außenholz normal, sollten aber nicht in den Sitzträgern oder Rückenstützen liegen. Lege die schönsten Flächen für Armlehnen, Sitzlatten und Rückenbretter beiseite. Zeichne alle Längen mit Zollstock, Bleistift und Schreinerwinkel an. Miss jedes Teil einzeln und markiere die Schnittseite, damit die Sägeblattbreite nicht versehentlich das Fertigmaß verkürzt.

Nach dem Sägen werden alle Schnittkanten mit Körnung 80 gebrochen, danach mit 120 geglättet. Sichtflächen und Armlehnen schleifst du am Ende bis Körnung 180. Vor dem Verschrauben werden alle Schraubpunkte vorgebohrt. Für 4 × 50 mm Schrauben verwendest du einen 3 mm Holzbohrer, für 5 × 80 mm Schrauben einen 4 mm Holzbohrer. Bei M8-Schlossschrauben bohrst du mit 8 mm durch beide Bauteile. Schraubenköpfe an Sitzlatten, Armlehnen und Rückenbrettern werden leicht gesenkt, damit später nichts kratzt.

Bauteil Anzahl Zuschnitt Hinweis
untere Kufe 2 44 × 70 × 850 mm Enden leicht abrunden
Vorderbein 2 44 × 70 × 320 mm paarweise gleich lang
hinterer Pfosten 2 44 × 70 × 560 mm trägt Armlehne hinten
Sitzträger 2 44 × 70 × 640 mm leicht nach hinten geneigt montieren
Rückenstütze 2 44 × 70 × 760 mm unten optional 15° anschrägen
Querstrebe Rahmen 2 44 × 70 × 620 mm zwischen Seitenteile setzen
Sitzlatte 6 28 × 70 × 680 mm gleichmäßige Fugen vorsehen
Rückenquerleiste 2 28 × 70 × 620 mm oben und unten an Rückenstützen
Rückenbrett 5 18 × 90 × 680 mm obere Ecken abrunden
Armlehne 2 28 × 120 × 800 mm vorn großzügig abrunden

Schritt-für-Schritt-Bauanleitung für den Loungesessel

Schritt 1: Bauteile kontrollieren, markieren und vorsortieren

Lege alle zugeschnittenen Teile auf eine ebene Fläche und sortiere sie nach Baugruppen: linkes Seitenteil, rechtes Seitenteil, Querstreben, Sitzfläche, Rückenlehne und Armlehnen. Markiere die beiden 850 mm langen Kufen jeweils als „links“ und „rechts“. Danach legst du die Vorderbeine mit 320 mm Länge und die hinteren Pfosten mit 560 mm Länge daneben. Die schöneren Seiten der Hölzer zeigen später nach außen beziehungsweise nach oben. Prüfe mit dem Schreinerwinkel, ob die Schnitte sauber rechtwinklig sind. Kleine Abweichungen kannst du beim Schleifen ausgleichen; stark schiefe Schnitte solltest du nachsägen. Häufiger Fehler ist, die spiegelbildlichen Seitenteile identisch statt gespiegelt zu bauen. Markiere deshalb Innenseite und Außenseite deutlich mit Bleistift. Ein korrekt vorbereiteter Satz Bauteile liegt paarweise gleich lang, ist beschriftet und hat keine groben Splitter an den Schnittkanten.

Schritt 2: Erstes Seitenteil des Loungesessels aus Kufe, Beinen und Sitzträger bauen

Lege eine 850 mm lange Kufe flach auf die Werkbank. Das vordere Ende ist bei 0 mm. Positioniere das Vorderbein so, dass seine Vorderkante 70 mm vom vorderen Kufenende entfernt steht. Das hintere Pfostenholz setzt du mit seiner Hinterkante etwa 790 mm vom vorderen Kufenende entfernt auf die Kufe. Beide Hölzer stehen senkrecht zur Kufe und werden mit Schraubzwingen fixiert. Bohre je Verbindung zwei Löcher mit 4 mm vor und verschraube Kufe und Pfosten mit 5 × 80 mm Edelstahlschrauben. Nun kommt der 640 mm lange Sitzträger an die Innenseite: seine vordere Oberkante liegt etwa 320 mm über Unterkante Kufe, seine hintere Oberkante etwa 260 mm über Unterkante Kufe. Dadurch entsteht die gewünschte Neigung. Verschraube ihn durch Vorderbein und hinteren Pfosten mit je zwei 5 × 80 mm Schrauben. Richtig ist das Seitenteil, wenn es plan aufliegt, nicht kippelt und der Sitzträger gleichmäßig nach hinten abfällt.

Schritt 3: Zweites Seitenteil spiegelbildlich herstellen

Das zweite Seitenteil wird exakt spiegelbildlich gebaut. Lege das fertige erste Seitenteil als Schablone daneben, aber achte darauf, dass die Innenseiten später zueinander zeigen. Die Kufe liegt wieder unten, Vorderbein und hinterer Pfosten werden an denselben Abständen montiert. Besonders wichtig ist die Höhe des Sitzträgers: vorn etwa 320 mm, hinten etwa 260 mm über Unterkante Kufe. Wenn beide Seiten hier unterschiedlich sind, sitzt die spätere Sitzfläche verdreht. Kontrolliere die Höhe mit Zollstock und Wasserwaage, bevor du die Schrauben endgültig anziehst. Bohre auch hier alle Verbindungen vor, damit das Kantholz nicht reißt. Schrauben werden fest, aber nicht so stark angezogen, dass sie tief ins Holz gezogen werden. Das Ergebnis stimmt, wenn beide Seitenteile Rücken an Rücken gelegt deckungsgleich sind und die Sitzträger auf derselben Linie verlaufen.

Schritt 4: Seitenteile mit Querstreben zum Grundrahmen verbinden

Stelle beide Seitenteile parallel auf den Boden oder die Werkbank. Der Abstand zwischen den inneren Seitenflächen beträgt 620 mm. Setze vorne eine 620 mm lange Querstrebe aus 44 × 70 mm zwischen die beiden Vorderbeine, knapp unterhalb der späteren ersten Sitzlatte. Die zweite Querstrebe kommt hinten zwischen die hinteren Pfosten, ebenfalls im unteren Rahmenbereich. Fixiere die Teile mit Schraubzwingen und kontrolliere die Gesamtbreite: außen sollte der Sessel ungefähr 700 mm breit sein, abhängig von der tatsächlichen Holzstärke. Bohre durch die Beine in die Querstreben mit 4 mm vor und setze je Seite zwei 5 × 80 mm Schrauben. Achte darauf, nicht zu nah am Hirnholz zu bohren; 25 bis 30 mm Abstand zur Kante verhindern Ausreißen. Der Rahmen ist korrekt, wenn er rechtwinklig steht, die Kufen parallel sind und die Diagonalen von vorn links nach hinten rechts sowie von vorn rechts nach hinten links nahezu gleich lang sind.

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Schritt 5: Schräge Rückenstützen ausrichten und verschrauben

Jetzt werden die beiden 760 mm langen Rückenstützen montiert. Sie sitzen innen oder außen an den hinteren Pfosten und am hinteren Bereich des Sitzträgers, je nachdem, wo sie sauber anliegen. Für diese Anleitung ist die Montage an der Außenseite praktisch, weil die Sitzbreite frei bleibt. Stelle jede Rückenstütze so, dass sie etwa 15° nach hinten geneigt ist. Die Unterkante liegt auf oder knapp über der Kufe, der mittlere Bereich überlappt den hinteren Pfosten und den Sitzträger. Fixiere die Stütze mit Schraubzwingen. Bohre zuerst zwei 4 mm Vorlöcher und setze 5 × 80 mm Schrauben zur Lagefixierung. Danach bohrst du pro Seite zwei 8 mm Löcher durch Rückenstütze und tragendes Rahmenholz. Stecke M8 × 90 mm Schlossschrauben durch, setze Unterlegscheiben und Muttern auf und ziehe sie mit dem 13 mm Schlüssel an. Nicht überdrehen: Das Holz darf nicht gequetscht werden. Richtig montiert sind die Stützen, wenn beide den gleichen Winkel haben und sich beim Druck gegen die Rückenlehne nicht bewegen.

Schritt 6: Sitzlatten gleichmäßig auf dem Sitzrahmen befestigen

Lege die sechs Sitzlatten mit 28 × 70 × 680 mm quer über die beiden Sitzträger. Die Latten stehen links und rechts etwa gleich weit über. Beginne vorne mit der ersten Latte. Sie sollte bündig oder mit kleinem Überstand über dem vorderen Rahmen sitzen, aber nicht so weit vorne, dass sie beim Aufstehen stört. Zwischen den Latten lässt du etwa 10 bis 15 mm Abstand. Dieser Abstand sorgt dafür, dass Regenwasser ablaufen kann und das Holz arbeiten darf. Verwende kleine Reststücke als Abstandshalter, damit die Fugen gleichmäßig bleiben. Bohre jede Latte an beiden Enden mit 3 mm vor, senke die Löcher leicht und verschraube sie mit 4 × 50 mm Edelstahlschrauben auf den Sitzträgern. Pro Auflagepunkt reicht eine Schraube, bei stark arbeitendem Holz sind zwei Schrauben pro Ende besser. Ein typischer Fehler sind unversenkte Schraubenköpfe; sie beschädigen später Polster oder Kleidung. Korrekt ist die Sitzfläche, wenn alle Latten fluchten und keine scharfe Kante spürbar ist.

Schritt 7: Rückenlehne vormontieren

Für die Rückenlehne legst du die fünf Rückenbretter mit 18 × 90 × 680 mm auf eine ebene Unterlage. Die später sichtbare Vorderseite zeigt nach unten, weil die Querleisten von hinten aufgeschraubt werden. Richte die Bretter oben auf einer gemeinsamen Linie aus. Zwischen den Brettern lässt du etwa 15 bis 20 mm Luft. Bei fünf Brettern ergibt sich mit 90 mm Brettbreite eine Fläche von 450 mm plus Fugen; das passt gut auf die 620 mm langen Rückenquerleisten und lässt seitlich Luft. Lege eine 620 mm Querleiste etwa 120 mm unterhalb der oberen Brettenden auf, die zweite etwa 120 mm oberhalb der unteren Brettenden. Bohre die Querleisten mit 3 mm vor und verschraube jedes Rückenbrett mit 4 × 50 mm Schrauben. Achte darauf, dass die Schrauben nicht vorne austreten. Das Bauteil ist richtig, wenn die Bretter parallel liegen, die Oberkante harmonisch verläuft und die Rückenlehne beim Anheben nicht verwindet.

Schritt 8: Rückenlehne am Sesselrahmen montieren

Hebe die vormontierte Rückenlehne an die schrägen Rückenstützen. Die unteren Enden der Rückenbretter sollen knapp hinter der letzten Sitzlatte beginnen, ohne daran zu scheuern. Richte die Lehne mittig aus: links und rechts bleibt ungefähr derselbe Abstand zu den Außenseiten. Die beiden Rückenquerleisten liegen auf den schrägen Rückenstützen auf oder direkt davor, je nach gewählter Ausrichtung. Fixiere die Rückenlehne mit Schraubzwingen. Bohre durch die Querleisten mit 4 mm vor und verschraube sie mit 5 × 80 mm Schrauben in den Rückenstützen. Setze pro Seite und Querleiste mindestens zwei Schrauben, damit die Lehne nicht wackelt. Kontrolliere danach den Sitzwinkel: Die Lehne soll bequem zurückgeneigt sein, aber nicht so flach, dass man kaum aufstehen kann. Ein korrektes Ergebnis erkennst du daran, dass die Rückenlehne mittig, fest und ohne seitliches Kippen sitzt.

Schritt 9: Armlehnen abrunden, ausrichten und befestigen

Die beiden Armlehnen aus 28 × 120 × 800 mm werden vor der Montage angenehm geformt. Zeichne an der vorderen Außenecke eine Rundung an, zum Beispiel mit einem Teller oder einer Farbdose als Schablone. Schneide die Rundung mit der Stichsäge aus und schleife sie glatt. Lege die Armlehne danach auf Vorderbein, hinteren Pfosten und gegebenenfalls an die schräge Rückenstütze an. Sie darf vorne etwa 30 bis 50 mm überstehen. Die Oberkante sollte ungefähr waagerecht liegen; prüfe das mit der Wasserwaage. Bohre mit 3 mm vor, senke die Löcher und verschraube jede Armlehne mit 4 × 50 mm Schrauben von oben in Vorderbein und hinteren Pfosten. Wenn die Rückenstütze direkt darunterliegt, setze dort ebenfalls eine Schraube. Vermeide Schrauben zu nah an der gerundeten Vorderkante. Korrekt montierte Armlehnen fühlen sich stabil an, haben keine splitternden Kanten und liegen links und rechts auf gleicher Höhe.

Schritt 10: Loungesessel schleifen, kontrollieren und Oberfläche schützen

Zum Abschluss wird der gesamte Loungesessel gründlich kontrolliert. Fahre mit der Hand über Armlehnen, Sitzlatten, Rückenbretter und Kanten. Alles, was rau ist oder hängen bleibt, wird nachgeschliffen. Beginne bei groben Stellen mit Körnung 80, arbeite über 120 bis 180 an den sichtbaren und berührten Flächen. Kontrolliere alle Schrauben: Köpfe müssen bündig oder leicht versenkt sitzen, Muttern der M8-Schlossschrauben müssen fest sein, dürfen das Holz aber nicht eindrücken. Stelle den Sessel auf eine ebene Fläche und prüfe, ob alle Kufen aufliegen. Kleine Unebenheiten kannst du durch leichtes Nachschleifen der Kufenenden ausgleichen. Danach entfernst du Schleifstaub und trägst Holzöl oder Außenlasur mit dem Pinsel auf. Besonders Hirnholz an Schnittkanten braucht sorgfältigen Schutz. Nach der Trocknung folgt bei Außenverwendung ein zweiter Auftrag. Fertig ist der Sessel, wenn die Oberfläche trocken ist, nichts wackelt und das Sitzkissen sauber aufliegt.

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Polster, Komfort und Nutzung des fertigen Loungesessels

Der Loungesessel ist für ein Sitzkissen von etwa 620 × 500 × 80 mm geplant. Ein dickeres Polster erhöht die Sitzhöhe und macht den Sessel weicher, kann aber dazu führen, dass die Armlehnen niedriger wirken. Für draußen eignen sich wasserabweisende Outdoor-Kissen mit abnehmbarem Bezug. Lagere Polster bei Regen trotzdem trocken, weil stehende Feuchtigkeit die Holzoberfläche belastet und Stockflecken verursachen kann.

Wer mehr Komfort möchte, kann zusätzlich ein loses Rückenkissen verwenden. Es sollte nicht dauerhaft festgeschraubt oder verklebt werden, damit Holz und Stoff trocknen können. Die Sitzlatten sind bewusst mit Fugen montiert. Dadurch staut sich weniger Wasser und der Sessel trocknet schneller. Bei Nutzung im Innenbereich kannst du unter die Kufen Filzgleiter setzen. Im Außenbereich sind flache Kunststoffgleiter sinnvoll, damit die Kufen nicht dauerhaft direkt auf nassem Stein stehen.

Oberflächenschutz und Pflege des Loungesessels

Douglasie und Lärche sind relativ wetterfest, brauchen für eine lange Lebensdauer aber Pflege. Holzöl betont die Maserung und lässt sich einfach nachpflegen. Außenlasur schützt stärker vor UV-Licht und Feuchtigkeit, verändert aber die Optik deutlicher. Wichtig ist, alle Seiten zu behandeln: Oberseiten, Unterseiten, Stirnflächen, Bohrlöcher und Schnittkanten. Besonders Hirnholz nimmt Feuchtigkeit schnell auf.

Prüfe den Sessel mindestens einmal pro Saison. Ziehe gelockerte Schrauben vorsichtig nach und kontrolliere die Oberfläche auf graue, raue oder rissige Stellen. Diese Bereiche werden gereinigt, leicht angeschliffen und neu geölt oder lasiert. Im Winter steht der Loungesessel am besten trocken und gut belüftet. Eine luftdichte Plane ist ungünstig, weil sich darunter Kondenswasser sammeln kann.

Sicherheit und Belastbarkeit des Loungesessels

Der Sessel ist für normales Sitzen und entspanntes Zurücklehnen konstruiert. Er ist kein Schaukelstuhl, keine Leiter und kein Kinderspielgerät. Stelle ihn auf festen, ebenen Untergrund. Wenn der Sessel kippelt, dürfen nicht einfach einzelne Schrauben stärker angezogen werden; zuerst muss geprüft werden, ob eine Kufe verzogen ist oder der Untergrund uneben steht.

Die wichtigsten tragenden Punkte sind die seitlichen Sitzträger, die Querstreben und die verschraubten Rückenstützen. Deshalb werden dort 5 × 80 mm Schrauben und zusätzlich M8-Schlossschrauben verwendet. Wenn du andere Holzstärken einsetzt, müssen Schraubenlängen angepasst werden. Eine Schraube sollte fest greifen, aber nicht auf der Gegenseite herausragen. Risse im Bereich der Rückenstützen sind ernst zu nehmen; dort wirkt beim Zurücklehnen die größte Kraft.

Häufige Fehler und ihre Vermeidung

Fehler Folge Lösung
Seitenteile nicht spiegelbildlich gebaut Sitzträger liegen falsch, der Rahmen passt nicht zusammen Innenseiten vor Montage markieren und erstes Seitenteil als Schablone nutzen
Nicht vorgebohrt Holz reißt, Schrauben laufen schief Für 4 mm Schrauben mit 3 mm, für 5 mm Schrauben mit 4 mm vorbohren
Sitzlatten ohne Fugen montiert Wasser staut sich, Holz arbeitet gegeneinander 10 bis 15 mm Abstand mit Restholz als Abstandshalter einhalten
Rückenstützen nur schwach verschraubt Lehne wackelt oder lockert sich beim Zurücklehnen 5 × 80 mm Schrauben plus M8-Schlossschrauben verwenden
Schraubenköpfe stehen über Kleidung, Haut oder Polster werden beschädigt Löcher senken und Schrauben bündig eindrehen
Oberfläche nur oben behandelt Feuchtigkeit dringt von unten oder über Schnittkanten ein Alle Seiten, Bohrlöcher und Hirnholzflächen ölen oder lasieren

FAQ zur Bauanleitung

1. Kann ich den Loungesessel auch aus Fichte bauen?
Ja, aber Fichte ist draußen weniger dauerhaft als Douglasie oder Lärche. Für überdachte Bereiche ist Fichte mit guter Außenlasur möglich. Im freien Regen solltest du besser Douglasie, Lärche oder ähnlich wetterbeständiges Holz verwenden.

2. Muss ich die Rückenstützen wirklich mit M8-Schlossschrauben sichern?
Für einen stabilen Loungesessel ist das sehr empfehlenswert. Beim Zurücklehnen wirken hohe Kräfte auf diese Verbindung. Die Schlossschrauben verhindern, dass sich die Stützen mit der Zeit lösen.

3. Wie breit kann ich den Sessel bauen?
Die Beispielbreite von etwa 700 mm ist bequem für eine Person. Bis etwa 800 mm Gesamtbreite kannst du die Querbauteile verlängern. Darüber sollte unter der Sitzfläche ein zusätzlicher mittlerer Träger eingebaut werden.

4. Welche Sitzhöhe ist angenehm?
Mit der geplanten Konstruktion und einem 80 mm dicken Kissen liegt die Sitzhöhe ungefähr bei 380 bis 410 mm. Das ist niedrig genug für Lounge-Gefühl, aber noch hoch genug zum bequemen Aufstehen.

5. Kann ich statt Sitzlatten eine durchgehende Platte verwenden?
Für draußen ist das nicht ideal. Eine Platte hält Wasser länger, kann sich verziehen und trocknet schlechter. Sitzlatten mit Fugen sind für einen Garten- oder Terrassensessel praktischer.

6. Wie vermeide ich, dass der Sessel später wackelt?
Baue die Seitenteile exakt gleich, kontrolliere beim Verbinden die Diagonalen und stelle den Sessel auf ebenem Untergrund auf. Kleine Unterschiede an den Kufen kannst du vorsichtig nachschleifen.

7. Soll ich zusätzlich Holzleim verwenden?
Bei Außenmöbeln ist Leim nur sinnvoll, wenn er ausdrücklich wasserfest ist. Diese Bauanleitung funktioniert ohne Leim. Schraubverbindungen sind leichter zu kontrollieren und später nachziehbar.

8. Wie groß sollte das Sitzkissen sein?
Gut passt ein Kissen von etwa 620 × 500 × 80 mm. Es liegt zwischen den Armlehnen, deckt die Sitzlatten bequem ab und erhöht die Sitzhöhe auf ein angenehmes Maß.

9. Kann ich die Rückenlehne stärker neigen?
Ja, aber nur in Maßen. Wird sie zu flach, braucht der Sessel mehr Platz und das Aufstehen wird unbequemer. Außerdem steigen die Kräfte auf die Rückenstützen. Etwa 15° Neigung nach hinten ist ein guter Kompromiss.

10. Welche Schrauben sind für draußen richtig?
Verwende Edelstahlschrauben. Verzinkte Schrauben können im Außenbereich schneller rosten und unschöne Spuren im Holz hinterlassen, besonders bei gerbstoffhaltigen Hölzern.

11. Muss ich die Schnittkanten besonders behandeln?
Ja. Hirnholz nimmt Feuchtigkeit stärker auf als Längsflächen. Trage dort Holzöl oder Lasur besonders sorgfältig auf, idealerweise in zwei dünnen Schichten.

12. Ist der Loungesessel für Kinder geeignet?
Kinder können darauf sitzen, aber der Sessel ist kein Spielgerät. Sie sollten nicht auf Armlehnen stehen, daran klettern oder den Sessel kippen. Für kleine Kinder ist die Sitzhöhe außerdem nicht optimal angepasst.