Loungegarnitur selber bauen – Bauanleitung Schritt für Schritt
Mit dieser Bauanleitung baust du eine stabile Loungegarnitur für Terrasse, Balkon oder Garten: ein langes Sitzmodul, ein kürzeres Sitzmodul für die L-Form und einen passenden Couchtisch. Die Konstruktion besteht aus Konstruktionsholz, Kanthölzern und Terrassendielen, ist mit üblichen Heimwerkerwerkzeugen machbar und ergibt eine belastbare Outdoor-Lounge mit bequemer Sitzhöhe, großer Sitzfläche und austauschbaren Polstern.
ProjektĂĽbersicht: Aufwand, Kosten und Schwierigkeitsgrad
Inhaltsverzeichnis
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Projektart | Modulare Outdoor-Loungegarnitur aus Holz mit zwei Sitzmodulen und Couchtisch |
| Schwierigkeitsgrad | Mittel; sauberes Messen, rechtwinkliges Verschrauben und sorgfältiger Oberflächenschutz sind wichtig |
| Zeitbedarf | Etwa 2 Tage inklusive Zuschnitt, Montage, Schleifen und erstem Anstrich; zusätzliche Trockenzeit einplanen |
| Benötigte Personen | 1 Person für Zuschnitt und Vorbereitung, 2 Personen beim Ausrichten und Verschrauben der größeren Module empfohlen |
| Kostenrahmen | Je nach Holzart, Polstern und Beschlägen etwa 280 bis 550 Euro |
| Typische Abmessungen | Langes Modul ca. 1800 Ă— 760 Ă— 700 mm, kurzes Modul ca. 1200 Ă— 760 Ă— 700 mm, Tisch ca. 900 Ă— 640 Ă— 350 mm |
| Geeignete Materialien | Douglasie, Lärche, druckimprägnierte Kiefer oder anderes wetterfest behandeltes Konstruktionsholz |
Planung und passende MaĂźe fĂĽr die Loungegarnitur
Die hier beschriebene Loungegarnitur besteht aus einem langen Sofa-Modul mit 1800 mm Breite, einem kurzen Sofa-Modul mit 1200 mm Breite und einem niedrigen Couchtisch. Beide Sitzmodule sind 760 mm tief und ungefähr 700 mm hoch. Die reine Rahmenhöhe liegt bei 320 mm. Mit 100 mm starken Sitzpolstern entsteht eine fertige Sitzhöhe von etwa 420 mm. Das ist für eine Lounge bequem niedrig, aber nicht so tief, dass das Aufstehen mühsam wird.
Die Sitzfläche ist auf eine Polstertiefe von etwa 650 mm ausgelegt. Dafür werden fünf Terrassendielen mit 120 mm Breite und Fugen von etwa 10 bis 12 mm verwendet. Die Dielen ergeben eine ausreichend tiefe Auflagefläche, ohne dass Wasser stehen bleibt. Die Rückenlehne wird aus zwei waagerechten Dielen je Modul gebaut. Zusammen mit separaten Rückenkissen entsteht eine komfortable, leicht zurückgelehnte Sitzposition, auch wenn die Holzlehne selbst senkrecht montiert wird.
Plane vor dem Zuschnitt den Standort. Auf einer Terrasse sollte die Loungegarnitur mit mindestens 600 mm Bewegungsfläche vor dem Tisch stehen. Zwischen Sofa und Tisch sind 300 bis 400 mm angenehm, damit Getränke erreichbar bleiben und man trotzdem aufstehen kann. Für die L-Form stellst du das kurze Modul rechtwinklig an ein Ende des langen Moduls. Die gesamte Stellfläche beträgt dann ungefähr 1960 × 1800 mm, abhängig davon, wie weit die Module über Eck stehen.
Die Maße lassen sich einfach anpassen: Soll das lange Modul breiter werden, verlängerst du Längszargen, Sitzdielen und Rückenbretter um denselben Wert. Ab etwa 1900 mm Breite solltest du einen zusätzlichen Mittelträger und ein weiteres Vorderbein einplanen. Soll das kurze Modul kleiner werden, darf die Breite nicht unter etwa 900 mm fallen, sonst wirkt es eher wie ein Einzelsessel. Die Tiefe von 760 mm solltest du nur wenig verändern, weil sie auf die Sitzpolster und die fünf Dielen abgestimmt ist.
Für die Belastung sind kräftige Querschnitte wichtig. Die Rahmen bestehen aus 45 × 70 mm Konstruktionsholz, die Beine und Rückenpfosten aus 70 × 70 mm Kantholz. Bei sauberer Verschraubung trägt jedes Sitzmodul problemlos mehrere Erwachsene. Voraussetzung ist, dass alle Schrauben vorgebohrt werden, die Beine vollflächig am Rahmen anliegen und die Module auf einem ebenen Untergrund stehen.
Im Außenbereich braucht Holz konstruktiven Witterungsschutz. Die Loungegarnitur sollte nicht dauerhaft in Pfützen stehen. Unter die Beine kommen EPDM-Pads, damit keine Feuchtigkeit von unten einzieht. Alle Schnittkanten werden geschliffen und mit Hirnholzschutz behandelt. Zwischen Dielen bleiben Fugen, damit Regenwasser ablaufen kann. Wenn die Lounge frei im Garten steht, ist eine Abdeckhaube sinnvoll; auf einer überdachten Terrasse reicht regelmäßiges Nachölen meist aus.
Materialliste fĂĽr die Loungegarnitur
| Material | Menge | Abmessungen | Verwendung |
|---|---|---|---|
| Konstruktionsholz Douglasie oder Lärche | 5 Stück à 3000 mm Berechnung: ca. 14110 mm plus Verschnitt |
45 × 70 mm | Tragende Rahmen, Querzargen und Mittelträger der Sitzmodule und des Tisches |
| Kantholz Douglasie oder Lärche | 3 Stück à 3000 mm Berechnung: ca. 7780 mm plus Verschnitt |
70 Ă— 70 mm | Vorderbeine, Tischbeine und rĂĽckseitige Lehnenpfosten |
| Terrassendielen glatt oder fein geriffelt | 9 StĂĽck Ă 3000 mm Berechnung: ca. 25500 mm plus Verschnitt |
28 × 120 mm | Sitzflächen, Rückenbretter und Tischplatte |
| Edelstahl-Terrassenschrauben | 1 Packung, ca. 200 StĂĽck | 5 Ă— 70 mm | Befestigung der Sitzdielen, RĂĽckenbretter und Tischdielen |
| Edelstahl-Holzschrauben | 1 Packung, ca. 100 Stück | 6 × 100 mm | Verschraubung der Rahmenhölzer, Beine und Lehnenpfosten |
| Winkelverbinder verzinkt oder Edelstahl | 24 Stück | ca. 50 × 50 × 40 mm | Zusätzliche Sicherung von Beinen, Pfosten und Tischrahmen |
| Schrauben fĂĽr Winkelverbinder | 1 Packung, ca. 120 StĂĽck | 4 Ă— 40 mm | Befestigung der Winkelverbinder an Rahmen und Beinen |
| Edelstahl-Verbindungsplatten | 2 Stück | ca. 120 × 40 mm | Lösbare Verbindung der beiden Sitzmodule zur L-Form |
| EPDM-Pads oder Gummipuffer | 16 StĂĽck | ca. 70 Ă— 70 Ă— 5 mm | Feuchtigkeitsschutz unter Beinen und Pfosten |
| Hirnholzschutz oder Stirnkantenwachs | 1 Dose | ca. 250 ml | Schutz aller Schnittkanten gegen Wasseraufnahme |
| Holzschutzgrund auĂźen | 1 Liter | fĂĽr AuĂźenholz geeignet | Grundierung vor dem Ă–len oder Lasieren |
| Terrassenöl oder Außenlasur | 2,5 Liter | farblos oder pigmentiert | Endbehandlung und Witterungsschutz der Holzoberflächen |
| Schleifpapier | Je 5 Bögen oder Scheiben | Körnung 80, 120 und 180 | Entgraten, Glätten und Vorbereitung der Oberfläche |
| Outdoor-Sitzpolster | 2 StĂĽck | 1800 Ă— 650 Ă— 100 mm und 1200 Ă— 650 Ă— 100 mm | Bequeme Sitzauflagen fĂĽr langes und kurzes Modul |
| Outdoor-RĂĽckenkissen | 5 bis 6 StĂĽck | ca. 600 Ă— 450 mm | Komfortable RĂĽckenauflage vor den Holzlehnen |
Werkzeugliste fĂĽr den Bau der Loungegarnitur
| Werkzeug | Verwendungszweck | Mögliche Alternative |
|---|---|---|
| Zollstock oder Maßband | Messen aller Zuschnittlängen und Kontrollmaße | Stahlmaßstab für kurze Maße |
| Zimmermannswinkel | Rechtwinkliges Anzeichnen und PrĂĽfen der Rahmen | Anschlagwinkel |
| Bleistift | Markieren von Schnittlinien und Schraubpositionen | Markierstift fĂĽr Holz |
| Kappsäge | Gerade und wiederholgenaue Zuschnitte von Rahmenholz, Kantholz und Dielen | Handkreissäge mit Führungsschiene |
| Akkuschrauber | Vorbohren, Senken und Verschrauben aller Holzverbindungen | Bohrmaschine mit DrehmomentgefĂĽhl |
| Holzbohrer 4 mm und 6 mm | Vorbohren fĂĽr Terrassenschrauben und Rahmenschrauben | Kombibohrer mit passendem Durchmesser |
| Kegelsenker | Sauberes Versenken der Schraubenköpfe in Dielen und Rahmenholz | Bohrer mit Senkaufsatz |
| Schraubzwingen | Fixieren der Bauteile beim Ausrichten und Verschrauben | Spanngurte mit Kantenschutz |
| Wasserwaage | Kontrolle von Stand, Ebenheit und senkrechten Pfosten | Richtlatte mit Libelle |
| Exzenterschleifer | Flächenschliff der sichtbaren Holzoberflächen | Schwingschleifer |
| Schleifklotz | Brechen der Kanten und Nacharbeiten enger Stellen | Handschleifpad |
| Pinsel | Auftragen von Hirnholzschutz, Grundierung und Ă–l an Kanten | Flachpinsel in zwei Breiten |
| Farbwanne und Lackrolle | Gleichmäßiges Behandeln größerer Holzflächen | Breiter Lasurpinsel |
| Schutzbrille und Gehörschutz | Sicherheit beim Sägen, Bohren und Schleifen | Keine sinnvolle Alternative |
Zuschnitt und Vorbereitung der Loungegarnitur
Kontrolliere zuerst alle Hölzer. Verbogene, stark gerissene oder verdrehte Stücke verwendest du nicht für sichtbare Dielen oder tragende Rahmen. Leichte Krümmungen lassen sich bei kurzen Teilen ausgleichen, bei langen Sitzdielen fallen sie aber auf. Lege das Holz trocken aus und markiere die schönsten Dielen für Sitzflächen und Tischplatte.
Miss jedes Teil einzeln an und schneide nicht mehrere Maße „nach Gefühl“ aus einem Brett. Bei wiederholten Längen, zum Beispiel 610 mm oder 900 mm, lohnt ein Anschlag an der Kappsäge. Nach dem Sägen werden alle Schnittkanten mit Körnung 80 gebrochen, anschließend mit Körnung 120 geglättet. Sichtflächen kannst du bis Körnung 180 schleifen. Bohre Schraublöcher in Dielen immer vor, damit die Enden nicht aufreißen.
| Bauteil | Anzahl | ZuschnittmaĂź | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Längszargen langes Modul | 2 | 45 × 70 × 1800 mm | Vorder- und Hinterkante des Sitzrahmens |
| Querzargen langes Modul | 2 | 45 × 70 × 610 mm | Seitliche Rahmenteile zwischen den Längszargen |
| Mittelträger langes Modul | 2 | 45 × 70 × 610 mm | Unterstützung unter den Sitzdielen |
| Längszargen kurzes Modul | 2 | 45 × 70 × 1200 mm | Vorder- und Hinterkante des kurzen Sitzrahmens |
| Querzargen kurzes Modul | 2 | 45 Ă— 70 Ă— 610 mm | Seitliche Rahmenteile |
| Mittelträger kurzes Modul | 1 | 45 × 70 × 610 mm | Mittige Unterstützung der Sitzdielen |
| Tisch-Längszargen | 2 | 45 × 70 × 900 mm | Rahmen der Tischplatte |
| Tisch-Querzargen und Mittelträger | 4 | 45 × 70 × 510 mm | Seitenteile und Auflager für Tischdielen |
| Vorderbeine Sitzmodule | 5 | 70 Ă— 70 Ă— 320 mm | Drei Beine am langen, zwei am kurzen Modul |
| Lehnenpfosten Sitzmodule | 7 | 70 Ă— 70 Ă— 700 mm | Vier am langen, drei am kurzen Modul |
| Tischbeine | 4 | 70 × 70 × 320 mm | Ergeben mit Rahmen und Dielen ca. 350 mm Tischhöhe |
| Sitzdielen langes Modul | 5 | 28 × 120 × 1800 mm | Sitzfläche mit Fugen |
| Sitzdielen kurzes Modul | 5 | 28 × 120 × 1200 mm | Sitzfläche mit Fugen |
| RĂĽckenbretter langes Modul | 2 | 28 Ă— 120 Ă— 1800 mm | Waagerechte RĂĽckenlehne |
| RĂĽckenbretter kurzes Modul | 2 | 28 Ă— 120 Ă— 1200 mm | Waagerechte RĂĽckenlehne |
| Tischdielen | 5 | 28 Ă— 120 Ă— 900 mm | Tischplatte mit Fugen, Gesamtbreite ca. 640 mm |
Schritt-fĂĽr-Schritt-Bauanleitung
Schritt 1: Holz prĂĽfen, anzeichnen und zuschneiden
Lege alle Konstruktionshölzer, Kanthölzer und Terrassendielen auf zwei Böcke oder eine gerade Arbeitsfläche. Prüfe jedes Teil auf Verdrehung, Risse und starke Harzgallen. Markiere die besten Seiten als Sichtseiten, besonders bei den 28 × 120 mm Dielen für Sitzflächen und Tischplatte. Zeichne die Längen nach der Zuschnittliste mit Zollstock, Zimmermannswinkel und Bleistift an. Schneide anschließend mit der Kappsäge alle Rahmenteile, Beine, Lehnenpfosten und Dielen zu. Achte darauf, dass die 610 mm langen Querzargen tatsächlich gleich lang werden, sonst geraten die Rahmen aus dem Winkel. Typischer Fehler ist das Messen von bereits gesägten Teilen statt vom Originalmaß; dadurch summieren sich Abweichungen. Richtig ist der Zuschnitt, wenn gleiche Bauteile bündig nebeneinanderliegen und keine sichtbaren Längenunterschiede haben.
Schritt 2: Kanten schleifen, Schnittflächen schützen und Schraublöcher vorbereiten
Nach dem Zuschnitt schleifst du alle Kanten, an denen später Hände, Beine oder Polster anliegen. Beginne mit Körnung 80, brich die scharfen Kanten leicht und schleife sichtbare Flächen mit Körnung 120 nach. Sitzdielen, Rückenbretter und Tischdielen kannst du zusätzlich mit Körnung 180 glätten. Trage auf alle Stirnseiten der Hölzer Hirnholzschutz auf, besonders an Beinen und Pfosten. Diese Bereiche nehmen Feuchtigkeit besonders schnell auf. Markiere anschließend die Schraubpunkte: Bei Dielen liegen die Schrauben etwa 25 bis 30 mm vom Rand entfernt, bei Rahmenverbindungen mittig im 45 × 70 mm Holz. Bohre Dielen mit 4 mm vor und senke die Löcher leicht an. Für 6 × 100 mm Schrauben bohrst du mit 6 mm durch das erste Holz vor. Ein korrekt vorbereitetes Teil hat keine Ausrisse und die Schraubenköpfe können später bündig sitzen.
Schritt 3: Rahmen des langen Sitzmoduls bauen
Für das lange Modul legst du zwei 1800 mm lange Längszargen und zwei 610 mm lange Querzargen aus 45 × 70 mm Konstruktionsholz zu einem rechteckigen Rahmen aus. Die Längszargen bilden Vorder- und Hinterkante, die Querzargen sitzen dazwischen. Dadurch entsteht eine Rahmenaußentiefe von 700 mm, weil die beiden 45 mm starken Längszargen zu den 610 mm addiert werden. Richte alles mit dem Zimmermannswinkel exakt rechtwinklig aus und fixiere die Ecken mit Schraubzwingen. Verschraube jede Ecke mit zwei 6 × 100 mm Edelstahlschrauben durch die Längszarge in die Stirnseite der Querzarge. Setze anschließend zwei 610 mm lange Mittelträger im Rahmen ein, ungefähr bei 600 mm und 1200 mm Abstand von einer Seite. Auch sie werden mit 6 × 100 mm Schrauben befestigt. Der Rahmen ist richtig, wenn beide Diagonalen gleich lang sind und er flach aufliegt.
Schritt 4: Vorderbeine und Lehnenpfosten am langen Modul befestigen
Stelle den langen Rahmen auf die Seite. An der Vorderkante werden drei 320 mm lange Vorderbeine aus 70 × 70 mm Kantholz montiert: je eines an den beiden Ecken und eines mittig bei etwa 900 mm. Die Oberkante der Beine liegt bündig mit der Oberkante des Rahmens. Klemme jedes Bein an, bohre vor und verschraube es von innen mit je zwei 6 × 100 mm Schrauben durch die Zarge. Zusätzlich setzt du innen einen Winkelverbinder mit 4 × 40 mm Schrauben. An der hinteren Kante montierst du vier 700 mm lange Lehnenpfosten: links, rechts und zwei gleichmäßig verteilt. Die Pfosten stehen senkrecht, reichen nach oben als Rückenstütze und ersetzen dort die hinteren Beine. Kontrolliere jeden Pfosten mit der Wasserwaage. Fehler entstehen oft, wenn Pfosten nur mit einer Schraube fixiert werden; sie können sich dann verdrehen. Korrekt ist die Montage, wenn der Rahmen stabil steht und kein Bein kippelt.
Schritt 5: Rahmen, Beine und Pfosten des kurzen Sitzmoduls montieren
Das kurze Modul wird genauso aufgebaut, nur mit 1200 mm breiten Längszargen. Lege zwei 1200 mm lange Längszargen und zwei 610 mm lange Querzargen zu einem Rechteck aus. Prüfe den Winkel, fixiere die Ecken und verschraube sie mit je zwei 6 × 100 mm Schrauben. In die Mitte kommt ein 610 mm langer Mittelträger, damit die Sitzdielen auch bei Belastung nicht federn. An der Vorderkante montierst du zwei 320 mm lange Beine an den Ecken. Bei 1200 mm Breite ist kein mittleres Vorderbein nötig, sofern das Holz gerade ist und der Mittelträger sauber verschraubt wurde. Hinten werden drei 700 mm lange Lehnenpfosten montiert: links, rechts und mittig. Ergänze auch hier Winkelverbinder an den belasteten Anschlüssen. Das kurze Modul ist fertig ausgerichtet, wenn es dieselbe Tiefe und Rahmenhöhe wie das lange Modul hat und beide Module nebeneinander ohne Höhenversatz stehen.
Schritt 6: Sitzdielen auf beiden Lounge-Modulen verschrauben
Lege auf das lange Modul fünf 1800 mm lange Terrassendielen als Sitzfläche. Die Dielen laufen über die gesamte Breite des Moduls. Beginne vorne mit einem bündigen Abschluss oder einem kleinen Überstand von höchstens 5 mm. Zwischen den Dielen bleiben 10 bis 12 mm Fuge. Als Abstandshalter kannst du zwei gleich dicke Holzreste verwenden. Jede Diele wird an den beiden Seiten, an den Mittelträgern und an der hinteren Zarge mit 5 × 70 mm Terrassenschrauben befestigt. Pro Auflager setzt du zwei Schrauben. Danach belegst du das kurze Modul mit fünf 1200 mm langen Sitzdielen auf dieselbe Weise. Bohre alle Löcher vor, besonders nahe an den Dielenenden. Ein häufiger Fehler ist das zu enge Aneinanderschieben der Dielen; dann bleibt Wasser stehen und das Holz arbeitet stärker. Richtig ist die Sitzfläche, wenn alle Fugen gleichmäßig sind und keine Schraubenköpfe hervorstehen.
Schritt 7: RĂĽckenbretter an den Lehnenpfosten befestigen
Für die Rückenlehne des langen Moduls verwendest du zwei 1800 mm lange Dielen. Die untere Diele sitzt etwa 360 mm über dem Boden, also knapp oberhalb der späteren Sitzpolsterkante. Die obere Diele sitzt mit etwa 80 bis 100 mm Abstand darüber. Richte die Bretter waagerecht aus, klemme sie an die 700 mm hohen Lehnenpfosten und kontrolliere mit der Wasserwaage. Verschraube jedes Brett an jedem Pfosten mit zwei 5 × 70 mm Terrassenschrauben. Beim kurzen Modul wiederholst du den Vorgang mit zwei 1200 mm langen Rückenbrettern an drei Pfosten. Die Schrauben müssen in den Pfosten greifen, nicht nur knapp am Rand sitzen. Lasse die Brettenden bündig mit den äußeren Pfosten abschließen. Die Rückenlehne ist korrekt montiert, wenn sie sich beim Drücken nicht bewegt, die Bretter parallel laufen und die Rückenkissen später vollflächig anliegen.
Schritt 8: Couchtisch der Loungegarnitur bauen
Für den Tisch baust du zuerst einen Rahmen aus zwei 900 mm langen Längszargen und zwei 510 mm langen Querzargen aus 45 × 70 mm Holz. Die Querzargen sitzen zwischen den Längszargen, sodass der Rahmen 900 mm lang und 600 mm tief wird. Ergänze zwei 510 mm lange Mittelträger, damit die Tischdielen stabil aufliegen. Verschraube alle Verbindungen mit 6 × 100 mm Schrauben und prüfe wieder die Diagonalen. Danach montierst du vier 320 mm lange Tischbeine aus 70 × 70 mm Kantholz innen an den Ecken. Winkelverbinder erhöhen die Steifigkeit. Auf den Rahmen kommen fünf 900 mm lange Terrassendielen. Mit Fugen von etwa 10 mm ergibt sich eine Tischplattenbreite von ungefähr 640 mm. Schraube die Dielen mit 5 × 70 mm Terrassenschrauben fest. Richtig ist der Tisch, wenn er ohne Wackeln steht und die Oberfläche keine hervorstehenden Schrauben hat.
Schritt 9: Module zur L-Form ausrichten und lösbar verbinden
Stelle das lange Sitzmodul an seinen endgültigen Platz und richte es mit der Wasserwaage aus. Danach stellst du das kurze Modul rechtwinklig an eine Seite, sodass eine L-förmige Lounge entsteht. Die Sitzkanten sollten auf gleicher Höhe liegen und die Rückenlehnen optisch eine durchgehende Ecke bilden. Wenn die Module auf einer Terrasse stehen, reichen zwei Edelstahl-Verbindungsplatten aus, um ein Auseinanderrutschen zu verhindern. Setze je eine Platte innen an den angrenzenden Rahmenhölzern an, bohre vor und verschraube sie mit 4 × 40 mm Schrauben. Die Verbindung trägt nicht die Hauptlast; diese wird weiterhin über Beine und Pfosten in den Boden abgeleitet. Sie hält nur die Position. Unter jedes Bein und jeden Lehnenpfosten klemmst oder klebst du ein EPDM-Pad. Ein korrekt ausgerichteter Aufbau hat keine Stolperkanten, keine schiefen Fugen und steht vollflächig auf allen Auflagepunkten.
Schritt 10: Loungegarnitur endbehandeln, Polster auflegen und kontrollieren
Vor der endgültigen Nutzung behandelst du die gesamte Loungegarnitur mit Holzschutzgrund und anschließend mit Terrassenöl oder Außenlasur. Trage den Holzschutz mit Pinsel und Rolle dünn auf, auch an Unterseiten, Fugen und Schraubbereichen. Nach der Trocknung folgt je nach Produkt ein zweiter Auftrag Öl oder Lasur. Überschüssiges Öl nimmst du mit einem fusselfreien Tuch ab, damit keine klebrigen Stellen bleiben. Kontrolliere danach alle Schrauben, besonders an Beinen, Pfosten, Rückenbrettern und Tischplatte. Lege die Sitzpolster in 1800 × 650 × 100 mm und 1200 × 650 × 100 mm auf und ergänze die Rückenkissen. Setze dich probeweise auf verschiedene Stellen. Die Garnitur ist fertig, wenn nichts knarzt, keine Schraube hervorsteht, die Polster sicher liegen und alle Holzflächen glatt genug für Kleidung und Hautkontakt sind.
Komfort, Polster und Nutzung der Loungegarnitur
Die Holzmaße sind auf 100 mm starke Outdoor-Polster ausgelegt. Dünnere Polster funktionieren ebenfalls, die Sitzhöhe wird dann jedoch niedriger. Bei 60 mm Polsterstärke liegt die fertige Sitzhöhe bei etwa 380 mm, was eher loungeartig tief ist. Bei 120 mm Polstern steigt sie auf etwa 440 mm und wird näher an einer normalen Gartenbank. Wichtig ist, dass die Polster nicht dauerhaft nass im Gestell liegen. Verwende wasserabweisende Bezüge und nimm die Polster bei längeren Regenphasen ab.
Rückenkissen mit etwa 600 × 450 mm passen gut zu den 700 mm hohen Lehnenpfosten. Wenn du einen weicheren Sitz möchtest, kannst du zusätzlich Antirutschmatten unter die Sitzpolster legen. Befestige Polster nicht dauerhaft am Holz, denn sie sollen zum Lüften und Reinigen abnehmbar bleiben. Für Kinder oder Haustiere ist eine leicht abgerundete Kante an allen Dielen besonders wichtig. Kontrolliere daher nach dem ersten Probesitzen nochmals alle Vorderkanten.
Witterungsschutz und Pflege der selbstgebauten Loungegarnitur
Auch wetterfeste Hölzer brauchen Pflege. Reinige die Loungegarnitur im Frühjahr mit einer weichen Bürste und mildem Seifenwasser. Verwende keinen Hochdruckreiniger aus kurzer Entfernung, weil er Holzfasern aufreißen kann. Nach dem Trocknen prüfst du, ob Wasser noch abperlt. Zieht es schnell ein, ist ein neuer Ölauftrag sinnvoll. Besonders die waagerechten Sitz- und Tischflächen benötigen häufiger Pflege als senkrechte Rückenbretter.
Im Winter sollte die Lounge möglichst überdacht oder mit einer atmungsaktiven Abdeckung geschützt werden. Eine komplett dichte Folie direkt auf dem Holz ist ungünstig, weil darunter Kondenswasser stehen bleibt. Besser ist ein kleiner Luftspalt. Die EPDM-Pads unter den Beinen verhindern, dass die Stirnseiten Wasser aus dem Boden ziehen. Ersetze beschädigte Pads rechtzeitig, denn gerade die unteren Beinenden entscheiden über die Lebensdauer der Garnitur.
Anpassungen und Varianten der Loungegarnitur
Wenn du mehr Sitzplätze brauchst, kannst du ein zweites langes Modul bauen und die kurze Seite weglassen oder ergänzen. Die Konstruktion bleibt gleich: Bei jeder Breite über 1800 mm solltest du zusätzliche Mittelträger und Beine einplanen. Für kleine Balkone lässt sich das lange Modul auf 1500 mm kürzen. Dann werden Längszargen, Sitzdielen und Rückenbretter jeweils auf 1500 mm geschnitten; die Tiefe von 700 mm Rahmenmaß bleibt unverändert.
Armlehnen sind ebenfalls möglich. Dafür montierst du seitlich zusätzliche 700 mm hohe Pfosten und ein waagerechtes Brett als Auflage. Plane dann aber ein, dass die nutzbare Sitzbreite kleiner wird. Für eine besonders moderne Optik kannst du die sichtbaren Schrauben der Dielen in einer geraden Linie anzeichnen. Wer die Lounge häufig umstellt, kann statt fester Verbindungsplatten lösbare Möbelverbinder verwenden. Rollen sind nur sinnvoll, wenn sie für Außenbereiche geeignet und feststellbar sind.
Häufige Fehler und ihre Vermeidung
| Fehler | Folge | Lösung |
|---|---|---|
| Rahmen nicht rechtwinklig ausgerichtet | Module stehen schief, Dielen haben ungleichmäßige Überstände | Diagonalen messen und Rahmen vor dem Verschrauben mit Zwingen fixieren |
| Dielen ohne Fuge montiert | Wasser bleibt stehen, Holz quillt und verzieht sich | 10 bis 12 mm Abstandshalter verwenden |
| Nicht vorgebohrt | Dielenenden reiĂźen, Schrauben ziehen schief ein | Alle sichtbaren Dielen mit 4 mm vorbohren und senken |
| Beine nur einseitig verschraubt | Gestell wackelt unter Belastung | Je Bein mehrere Schrauben und zusätzlich Winkelverbinder setzen |
| Schnittkanten nicht geschĂĽtzt | Feuchtigkeit dringt ein, Holz altert schneller | Alle Stirnseiten mit Hirnholzschutz behandeln |
| Zu dünne Polster eingeplant | Sitzhöhe wird sehr niedrig und unbequem | Polsterstärke von etwa 100 mm verwenden oder Beinlänge anpassen |
| Holz steht direkt auf nassem Boden | Beinenden faulen frĂĽhzeitig | EPDM-Pads unter alle Beine und Pfosten setzen |
FAQ zur Bauanleitung
Kann ich die Loungegarnitur auch aus Paletten bauen?
Ja, grundsätzlich geht das, aber diese Anleitung ist nicht auf Palettenmaße ausgelegt. Paletten sind oft schwerer, ungenauer und müssen gründlich geschliffen werden. Die hier verwendeten Konstruktionshölzer ergeben eine sauberere, besser planbare und langlebigere Loungegarnitur.
Welche Holzart ist fĂĽr die Loungegarnitur am besten?
Douglasie und Lärche sind gute Heimwerkerlösungen, weil sie relativ wetterbeständig und gut erhältlich sind. Druckimprägnierte Kiefer funktioniert ebenfalls, sollte aber trocken sein und sorgfältig behandelt werden. Tropenhölzer sind nicht nötig.
Wie hoch ist die fertige Sitzhöhe?
Der Holzrahmen ist 320 mm hoch. Mit 100 mm starken Polstern liegt die fertige Sitzhöhe bei etwa 420 mm. Das ist für eine Lounge bequem und alltagstauglich.
Kann ich die Rückenlehne schräg bauen?
Ja, aber es erhöht den Aufwand. Für eine einfache und stabile Heimwerkerkonstruktion bleiben die Pfosten senkrecht. Bequemen Winkel erreichst du über dicke Rückenkissen, die leicht nach hinten nachgeben.
Muss ich Edelstahlschrauben verwenden?
Für den Außenbereich sind Edelstahlschrauben sehr empfehlenswert. Sie rosten nicht und hinterlassen weniger Verfärbungen im Holz. Verzinkte Schrauben können funktionieren, sind aber weniger dauerhaft.
Wie belastbar ist die selbstgebaute Loungegarnitur?
Bei sauberer Verschraubung, geradem Holz und intakten Mittelträgern ist jedes Sitzmodul für mehrere Erwachsene geeignet. Wichtig ist, dass die Beine vollflächig aufstehen und der Rahmen nicht aus dem Winkel ist.
Kann ich die MaĂźe fĂĽr einen kleinen Balkon verkleinern?
Ja. KĂĽrze vor allem die Breite der Module. Die Tiefe von etwa 760 mm solltest du beibehalten, damit die Polster passen und die Lounge bequem bleibt. Unter 900 mm Breite wird ein Modul eher zum Einzelsessel.
Warum werden EPDM-Pads unter die Beine gelegt?
Sie trennen Holz und Boden voneinander. Dadurch ziehen die Beinenden weniger Feuchtigkeit, trocknen schneller ab und halten deutlich länger. Besonders auf Steinplatten und Beton ist das sinnvoll.
Wie oft muss die Loungegarnitur nachgeölt werden?
Auf einer ungeschĂĽtzten Terrasse meist einmal pro Jahr, unter einem Dach oft nur alle zwei Jahre. Entscheidend ist der Wasserabperleffekt: Zieht Wasser schnell ein, sollte nachbehandelt werden.
Kann der Tisch dieselbe Höhe wie die Sitzfläche bekommen?
Der Tisch ist mit etwa 350 mm bewusst niedriger als die fertige Sitzhöhe. Das wirkt loungeartig und ist für Getränke, Bücher und Snacks angenehm. Wenn du höher sitzen möchtest, kannst du die Tischbeine um 50 bis 80 mm verlängern.
Wie verhindere ich, dass die beiden Sitzmodule verrutschen?
Die zwei Edelstahl-Verbindungsplatten verbinden die Rahmen innen lösbar miteinander. Die Last tragen weiterhin die Beine, die Platten sichern nur die Position. So kannst du die Module bei Bedarf wieder trennen.
Kann ich die Loungegarnitur streichen statt ölen?
Ja, eine Außenlasur oder deckende Wetterschutzfarbe ist möglich. Wichtig ist, dass das Produkt für maßhaltige oder begrenzt maßhaltige Außenholzbauteile geeignet ist und alle Schnittkanten mitbehandelt werden.

